Energieautarke Gruppenkläranlage Weilerbach
Ausgangssituation
Die GKA Weilerbach hat zur Zeit eine mittlere Anschlussgröße von 24.000 EW. Die Abwasserreinigung und Schlammbehandlung erfolgt nach dem Verfahren der simultanen aeroben Schlammstabilisierung. Dieses Verfahren ist geprägt von einer kompakten Bauweise sowie hohen Energiekosten für die Belüftung zur Aufzehrung der organischen Bestandteile. Die gesamte Energie (Strom und Gas) zur Aufbereitung wird von außen zugeführt.
In den zurückliegenden Jahren wurden vom Betriebspersonal auf der GKA Weilerbach bereits Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz durchgeführt. Eine wesentliche Verringerung des Strombedarfes ist auf den Einbau von Plattenbelüftern (mit feinblasiger Belüftung) und optimierten Rührwerken in den beiden Belebungsbecken sowie der Erneuerung der Gebläse zurückzuführen.
Umwandlung in eine anaerobe Schlammstabilisierung (Faulung)
Die Verbandsgemeinde Weilerbach beabsichtigt das Behandlungsverfahren nach einer Konzeption der HYDRO-Ingenieure auf eine anaerobe Stabilisierung mit Hochlastfaulung und Nachvergärung umzustellen. Hier wird der Belebtschlamm nur soweit belüftet, dass die Einleitgrenzwerte eingehalten werden. Die organischen Bestandteile des Schlammes werden unter Ausschluss von Sauerstoff zu Methan umgewandelt, das über ein Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt wird. Für dieses Verfahren werden zusätzliche Bauwerke benötigt, es fallen jedoch geringere Betriebskosten infolge der Stromeigenerzeugung und geringerer Schlammmengen an. mehr...
Zielsetzung und Auszeichnung
Die Verbandsgemeinde Weilerbach beabsichtigt, den Strombedarf ihrer Gruppenkläranlage durch Verfahrensumstellung und Durchführung weiterer Effizienzmaßnahmen auf einen spezifischen Stromverbrauch von 17,5 kWh/(EW*a) weiter zu reduzieren. Durch eine optimierte Faulgasausbeute und Nutzung in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) werden künftig Strom und Wärme erzeugt. Somit wird durch Eigenerzeugung aus regenerativer Energie kein Strombezug aus dem Netz und kein Bezug von Brennstoffen zur Beheizung mehr erforderlich sein.
Dieses Konzept wurde anläßlich der DWA-Bundestagung am 27.9.2011 im Rahmen des Umweltinnovationsprogramms „Förderschwerpunkt Energieeffiziente Abwasseranlagen” ausgezeichnet. Zuschussgeber sind das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Verbindung mit dem Umweltbundesamt und der KfW-Bankengruppe.
Haben Sie Interesse an weiteren Informationen zu diesem Projekt, so steht Ihnen telefonisch unser Herr Krieger unter 0631 / 205 80-11 gerne zur Verfügung. Oder schicken Sie einfach eine E-mail an

